Mein Leben mit Maske – Wie die Pandemie mein Leben für immer verändert hat

Von Anonym

Die Pandemie hat mein Leben auf eine Weise geprägt, die ich mir nie hätte vorstellen können. Von Anfang an war mein Ziel, meine ältere Mutter zu schützen mit allen Mitteln des individuellen Schutzes.

Ich trug Maske, hielt Abstand, mied Menschenansammlungen. Doch im Juli 2022 wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Dort kam es wegen mangelnder Aufmerksamkeit zu einem Covid-Ausbruch. Meine Mutter infizierte sich und starb wenig später. Nicht nur am Virus, sondern auch an der schlechten Behandlung.

Ein Jahr später, 2023, traf es meinen Lebensgefährten. Auch er war vorsichtig, doch die Maßnahmen waren gelockert.

Nach seiner Infektion baten wir die Hausärztin um Paxlovid. Ihre Antwort: „Sie sind jung, das brauchen Sie nicht.“ Wenige Monate später zeigten sich erste Symptome von Long Covid.

Hilfe im Krankenhaus oder Long-Covid-Zentrum? Überall dieselbe Antwort: „Wir warten ab.“ Heute, fast zwei Jahre später, hat er die Diagnose ME/CFS. Sein Zustand verschlechtert sich stetig, und eine Reinfektion macht uns große Angst.

Von einem Tag auf den anderen wurde ich zur ‚Caregiver‘. Ich trage weiter Maske, auch bei der Arbeit. Um mich und damit meinen Partner zu schützen. Denn die meisten sehen Covid nur noch als Grippe und verhalten sich entsprechend sorglos. Ich hingegen lebe in ständiger Sorge, im Bemühen, einen geliebten Menschen vor einer Infektion, die ihm Jahre nehmen und unsere Existenz zerstören könnte, zu schützen. Ganz oft habe das Gefühl, allein damit zu sein

Die Schweiz erlaubt seit 2025 nur eine Impfung pro Jahr; auch wenn ein Booster nötig wäre. Meine Maske ist somit fast mein einziger Schutz.

Täglich erlebe ich dadurch Stigmatisierung: Spott oder Feindseligkeit wegen meiner Maske. Für mich, ohnehin neurodivergent, mit Depression, OCD und GAD, ist das eine doppelte Last.

Und doch kämpfen wir weiter, mein Partner und ich. Oft wie gegen Windmühlen, allein gelassen von Gesundheitssystem und Staat. Aber wir haben uns. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Unsere Liebe und Entschlossenheit sind stärker als die Gleichgültigkeit um uns herum.

* Die Autorin ist uns bekannt. Sie bittet darum, anonym zu bleiben. Das Bild ist ein KI-generiertes Symbolbild.

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